Große Sprachmodelle (LLMs)

Große Sprachmodelle verarbeiten Text als Token und erzeugen Sequenzen, indem sie Wahrscheinlichkeiten für mögliche Fortsetzungen berechnen.

Wissensstufe: , , Status: Zuletzt geprüft: 28.07.2026Primärquelle: Stanford Foundation-Model-Bericht

Ein Large Language Model erzeugt Sprache, indem es aus dem bisherigen Kontext Wahrscheinlichkeiten für die nächsten Token berechnet. Seine flüssige Sprache ist kein Beweis für gesichertes Wissen oder menschliches Verständnis.

Einfach erklärt

Ein Sprachmodell erhält einen Text und berechnet, welche Textteile wahrscheinlich folgen. Dieser Vorgang wird wiederholt, bis eine Antwort entstanden ist.

Durch sehr umfangreiches Training kann das Modell Grammatik, Stil, Faktenmuster und viele Aufgabenformen abbilden. Es besitzt aber kein eingebautes Wahrheitsprüfsystem. Es kann überzeugend formulieren und trotzdem falsch liegen.

Anschauliches Beispiel

Nach dem Satz „Die Hauptstadt von Frankreich ist“ erhält das Token „Paris“ eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit. Bei offenen Fragen gibt es viele mögliche Fortsetzungen. Das Modell wählt abhängig von seinen Einstellungen eine davon aus.

Fortgeschrittene Erklärung

LLMs sind meist Transformer-basierte Foundation Models. Sie werden zunächst auf großen Text- und Codedatensätzen vortrainiert. Danach können weitere Trainingsschritte folgen, etwa Instruction Tuning oder Präferenzoptimierung, damit das Modell Anweisungen besser befolgt.

Der Kontext umfasst die aktuelle Eingabe und gegebenenfalls vorherige Nachrichten oder eingefügte Dokumente. Informationen außerhalb des Kontextes stammen aus den gelernten Parametern oder aus angebundenen Werkzeugen wie Suche und Retrieval.

Expertenwissen

Autoregressive LLMs modellieren eine Sequenzwahrscheinlichkeit als Produkt bedingter Wahrscheinlichkeiten. Die Transformer-Architektur berechnet kontextabhängige Repräsentationen mit Attention. Beim Training wird häufig die Vorhersage verdeckter oder nächster Token optimiert.

Skalierung verbessert viele Fähigkeiten, beseitigt aber grundlegende Probleme nicht automatisch. Kalibrierung, Datenherkunft, Evaluierung, Systemprompt, Sampling und externe Werkzeuge beeinflussen Zuverlässigkeit und Verhalten.

Möglichkeiten und Grenzen

  • Texterzeugung, Zusammenfassung, Übersetzung, Klassifikation, Code und dialogische Unterstützung.
  • Kann mit Dokumenten, Suchsystemen und Programmierschnittstellen verbunden werden.
  • Kennt nicht automatisch den aktuellen Stand und kann Quellen erfinden.
  • Kann Anweisungen missverstehen oder widersprüchliche Ziele verfolgen.
  • Vertrauliche und kritische Inhalte erfordern kontrollierte Prozesse.

Quellen