Reifegrad: Verfügbar

  • Workflows und Agenten: der wichtige Unterschied

    Nicht jede Automatisierung braucht einen autonomen Agenten. Vorhersehbare Aufgaben sind mit festen Workflows oft günstiger, kontrollierbarer und leichter zu testen. Agenten sind vor allem dann sinnvoll, wenn der Lösungsweg nicht vollständig im Voraus festgelegt werden kann.

    Einfach erklärt

    Ein Workflow ist wie ein Rezept mit festen Schritten. Ein Agent ist eher wie eine Fachkraft, die ein Ziel erhält und innerhalb vorgegebener Grenzen entscheidet, welche Schritte nötig sind.

    Typische Workflow-Muster

    • Nacheinander ausgeführte Schritte
    • Verzweigung nach festen Regeln
    • Mehrere Modelle arbeiten parallel
    • Eine Instanz bewertet das Ergebnis einer anderen
    • Menschliche Freigabe an definierten Punkten

    Wann ein Workflow genügt

    • Eingaben und Ausgaben sind klar definiert
    • Der Prozess ändert sich selten
    • Fehler müssen leicht nachvollziehbar sein
    • Rechtliche oder finanzielle Risiken verlangen feste Kontrollen

    Wann ein Agent sinnvoll sein kann

    • Die Aufgabe erfordert flexible Recherche
    • Unterschiedliche Werkzeuge müssen situationsabhängig kombiniert werden
    • Zwischenergebnisse verändern den weiteren Lösungsweg
    • Es gibt eine messbare Erfolgsbedingung und sichere Grenzen

    Praxisregel

    Zuerst den einfachsten kontrollierbaren Workflow bauen. Agentische Entscheidungen nur dort ergänzen, wo feste Regeln den tatsächlichen Varianten nicht gerecht werden.

    Primärquellen

  • Tool Use und Function Calling

    Beim Function Calling führt das Modell nicht selbstständig eine Datenbankabfrage oder Bestellung aus. Es erzeugt einen strukturierten Aufruf mit Werkzeugname und Argumenten. Die umgebende Software prüft diese Angaben, führt die Funktion aus und gibt das Ergebnis an das Modell zurück.

    Einfach erklärt

    Das Modell erhält eine Liste erlaubter Werkzeuge. Statt eine Antwort zu erfinden, kann es beispielsweise anfordern: „Wetterdaten für Berlin abrufen“. Das Programm entscheidet, ob der Aufruf zulässig ist, und liefert die echten Daten zurück.

    Technischer Ablauf

    1. Entwickler beschreibt Werkzeug, Parameter und Datentypen
    2. Modell erzeugt einen strukturierten Aufruf
    3. Anwendung validiert Berechtigung und Argumente
    4. Server führt die eigentliche Funktion aus
    5. Ergebnis wird als Werkzeugresultat an das Modell zurückgegeben
    6. Modell formuliert daraus die Antwort

    Vorteile

    • Aktuelle oder interne Daten können eingebunden werden
    • Ausgaben lassen sich durch Schemas besser strukturieren
    • Reale Aktionen werden vom Anwendungscode kontrolliert
    • Ein Modell kann mehrere spezialisierte Systeme koordinieren

    Sicherheitsregeln

    • Argumente niemals ungeprüft ausführen
    • Schreibende und löschende Funktionen besonders schützen
    • Zugriffsrechte pro Nutzer und Vorgang prüfen
    • Werkzeugergebnisse als nicht vertrauenswürdige Eingabe behandeln
    • Zeitlimits, Kostenlimits und Protokollierung einsetzen

    Abgrenzung

    Tool Use ist ein Baustein. Erst eine Schleife aus Planung, Werkzeugaufruf, Beobachtung und Anpassung macht daraus ein agentisches System.

    Primärquellen

  • Reisen und Alltag mit KI planen

    Planungen sind nützlich als Ausgangspunkt. Öffnungszeiten, Preise, Fahrpläne, Einreisebestimmungen und Barrierefreiheit müssen aktuell aus offiziellen Quellen geprüft werden.

    Geeignet für

    • Reiseplanung
    • Einkaufs- und Aufgabenlisten
    • Freizeit und Organisation

    Voraussetzungen

    Zeitraum, Budget, Interessen, Einschränkungen und aktuelle verlässliche Datenquellen.

    Vorgehensweise

    1. Ziele und feste Bedingungen notieren.
    2. Mehrere Planvarianten erzeugen.
    3. Zeiten, Wege und Reserven prüfen.
    4. Aktuelle Angaben bei offiziellen Stellen bestätigen.
    5. Plan und Notfallinformationen offline sichern.

    Beispiel

    Für ein Wochenende entsteht ein realistischer Tagesplan mit Alternativen bei schlechtem Wetter.

    Qualitätskontrolle

    • Alle zeitabhängigen Angaben aktuell prüfen.
    • Keine medizinischen oder rechtlichen Einreisefragen allein auf KI-Antworten stützen.
    • Puffer und Alternativen vorsehen.

    Grenzen und Risiken

    • Modelle können veraltete oder erfundene Orte, Verbindungen und Öffnungszeiten nennen.
    • Persönliche Standort- und Reisedaten können sensibel sein.

    Passende Tools und Modelle

    Sprachmodelle mit Webzugriff, Karten- und Reiseportale sowie Kalenderwerkzeuge.

    Quellen und Leitlinien

  • Bewerbungsunterlagen vorbereiten

    Die Unterlagen müssen wahr, persönlich und nachweisbar bleiben. Erfundenes Wissen, generische Aussagen und unnötige personenbezogene Daten sind zu vermeiden.

    Geeignet für

    • Lebenslauf
    • Anschreiben
    • Vorbereitung auf Gespräche

    Voraussetzungen

    Eigene nachweisbare Erfahrungen, Stellenbeschreibung und gewünschter Ton.

    Vorgehensweise

    1. Relevante Anforderungen der Stelle herausarbeiten.
    2. Eigene passende Erfahrungen zuordnen.
    3. Struktur und Formulierungsvarianten erzeugen.
    4. Alle Aussagen auf Wahrheit und Belegbarkeit prüfen.
    5. Unterlagen persönlich überarbeiten und formatieren.

    Beispiel

    Aus vorhandenen Projekterfahrungen entsteht ein kurzer Abschnitt, der auf die konkrete Stellenausschreibung eingeht.

    Qualitätskontrolle

    • Keine Qualifikation oder Erfahrung erfinden.
    • Persönliche Sprache und konkrete Beispiele erhalten.
    • Datenschutz bei Lebenslauf und Zeugnissen beachten.

    Grenzen und Risiken

    • Texte können austauschbar wirken oder Behauptungen übertreiben.
    • Sensible Bewerbungsdaten können bei Cloud-Diensten gespeichert werden.

    Passende Tools und Modelle

    Sprachmodelle, Textverarbeitung und Bewerbungsplattformen.

    Quellen und Leitlinien

  • Ideen, Konzepte und Alternativen entwickeln

    Der Wert liegt in Breite und Anregung, nicht in automatischer Auswahl. Ziele, Machbarkeit, Originalität und Folgen müssen vom Menschen bewertet werden.

    Geeignet für

    • Produktideen
    • Projekte
    • Geschichten
    • Problemlösung

    Voraussetzungen

    Eine klare Fragestellung, Bewertungskriterien und Wissen über den Kontext.

    Vorgehensweise

    1. Problem und Ausschlusskriterien beschreiben.
    2. Bewusst unterschiedliche Ansätze erzeugen lassen.
    3. Ideen gruppieren und kombinieren.
    4. Mit Fakten, Aufwand und Risiken bewerten.
    5. Ausgewählte Idee durch eigene Recherche und Tests weiterentwickeln.

    Beispiel

    Für einen lokalen Verein entstehen zehn Veranstaltungsansätze, die anschließend nach Kosten und Zielgruppe bewertet werden.

    Qualitätskontrolle

    • Quantität nicht mit Qualität verwechseln.
    • Ähnliche bestehende Lösungen recherchieren.
    • Auswirkungen und unerwünschte Nebenfolgen prüfen.

    Grenzen und Risiken

    • Vorschläge können Klischees reproduzieren oder bekannte Ideen nur neu formulieren.
    • Ohne Kontext wirken Ideen plausibel, können aber praktisch ungeeignet sein.

    Passende Tools und Modelle

    Allgemeine Sprachmodelle, Whiteboard- und Recherchewerkzeuge.

    Quellen und Leitlinien

  • Besprechungen transkribieren und protokollieren

    KI kann aus einer Aufnahme oder einem Rohtranskript ein Protokoll vorbereiten. Einwilligung, Datenschutz und die Kontrolle von Namen, Zahlen und Beschlüssen bleiben erforderlich.

    Geeignet für

    • Teamsitzungen
    • Projektbesprechungen
    • Interviews und Workshops

    Voraussetzungen

    Eine rechtmäßig erstellte Aufnahme oder ein Transkript sowie klare Regeln für Speicherung und Zugriff.

    Vorgehensweise

    1. Vor der Aufnahme Einwilligungen und Zweck klären.
    2. Audio transkribieren lassen.
    3. Beschlüsse, Aufgaben, Zuständigkeiten und Fristen extrahieren.
    4. Das Ergebnis mit Notizen und Beteiligten abgleichen.
    5. Freigegebene Fassung verteilen und Rohdaten nach Regelwerk löschen.

    Beispiel

    Aus einem 45-minütigen Meeting entsteht ein Protokoll mit den Abschnitten Entscheidungen, Aufgaben, Verantwortliche und Termine.

    Qualitätskontrolle

    • Sprecherzuordnung, Eigennamen und Zahlen prüfen.
    • Keine Vermutung als Beschluss übernehmen.
    • Freigabe durch die Sitzungsleitung einholen.

    Grenzen und Risiken

    • Akustische Störungen und Dialekte können Fehler verursachen.
    • Aufnahmen enthalten häufig personenbezogene oder vertrauliche Informationen.

    Passende Tools und Modelle

    Transkriptionsmodelle, Meeting-Assistenten und Audio-zu-Text-Dienste.

    Quellen und Leitlinien

  • Wartungs- und Fehlerberichte auswerten

    Sie unterstützt die Diagnosevorbereitung, darf aber sicherheitsrelevante Entscheidungen nicht ohne qualifizierte Prüfung treffen.

    Geeignet für

    • Instandhaltung
    • Maschinenservice
    • Technischer Kundendienst

    Voraussetzungen

    Ausreichend strukturierte historische Daten, bekannte Fehlercodes und fachliche Referenzunterlagen.

    Vorgehensweise

    1. Datenquellen und zulässigen Zweck festlegen.
    2. Berichte bereinigen und Felder vereinheitlichen.
    3. Ähnliche Fälle und wiederkehrende Muster suchen.
    4. Hypothesen mit Handbuch, Messwerten und Fachpersonal prüfen.
    5. Erkenntnisse dokumentieren und Modellleistung überwachen.

    Beispiel

    Mehrere hundert Serviceberichte werden nach Fehlerbild, Bauteil und erfolgreicher Maßnahme gruppiert.

    Qualitätskontrolle

    • Korrelation nicht mit Ursache verwechseln.
    • Sicherheitskritische Maßnahmen nur nach Herstellervorgaben durchführen.
    • Unvollständige Daten und seltene Fehler gesondert behandeln.

    Grenzen und Risiken

    • Historische Berichte können systematische Fehlklassifikationen enthalten.
    • Ein Modell kennt den aktuellen Maschinenzustand nur aus den bereitgestellten Daten.

    Passende Tools und Modelle

    Textanalyse, Vektorsuche, RAG und Instandhaltungssoftware.

    Quellen und Leitlinien

  • Präsentationen strukturieren und vorbereiten

    Der größte Nutzen liegt in Struktur, Varianten und Kürzung. Fachliche Aussagen, Diagramme, Quellen und Bildrechte müssen separat geprüft werden.

    Geeignet für

    • Vorträge
    • Schulungen
    • Projektberichte
    • Pitches

    Voraussetzungen

    Zielgruppe, Zeitrahmen, Kernaussage und verlässliches Ausgangsmaterial.

    Vorgehensweise

    1. Kernaussage in einem Satz formulieren.
    2. Publikum und Vortragsdauer angeben.
    3. Eine Dramaturgie mit wenigen Hauptpunkten erzeugen.
    4. Belege, Beispiele und Visualisierungen ergänzen.
    5. Folien reduzieren und den Vortrag testen.

    Beispiel

    Aus einem zehnseitigen Bericht entsteht eine Gliederung für einen zwölfminütigen Vortrag mit sechs Folien.

    Qualitätskontrolle

    • Jede Zahl und Quelle kontrollieren.
    • Pro Folie nur eine Hauptaussage verwenden.
    • Präsentation ohne KI-Unterstützung probeweise vortragen.

    Grenzen und Risiken

    • Automatisch erzeugte Folien können generisch oder inhaltlich überladen sein.
    • Erfundene Quellen und unpassende Bilder müssen ausgeschlossen werden.

    Passende Tools und Modelle

    Sprachmodelle, Präsentationsassistenten und Bildgeneratoren.

    Quellen und Leitlinien

  • Arbeitsanweisungen und Checklisten entwerfen

    Der Entwurf kann die Redaktion beschleunigen. Sicherheits-, Qualitäts- und Herstelleranforderungen müssen von Fachverantwortlichen validiert werden.

    Geeignet für

    • Montage
    • Qualitätssicherung
    • Einarbeitung
    • Büroprozesse

    Voraussetzungen

    Freigegebene Arbeitsunterlagen, Zielgruppe und klarer Geltungsbereich.

    Vorgehensweise

    1. Originalanweisung und Zielgruppe festlegen.
    2. Arbeit in beobachtbare Schritte gliedern.
    3. Voraussetzungen, Warnungen und Abbruchkriterien ergänzen.
    4. Entwurf praktisch testen.
    5. Fachlich freigeben, versionieren und verteilen.

    Beispiel

    Aus einer langen Verfahrensanweisung entsteht eine Checkliste für die Schichtübergabe.

    Qualitätskontrolle

    • Keinen sicherheitsrelevanten Schritt weglassen.
    • Versionsstand und Quelle sichtbar angeben.
    • Checkliste im realen Ablauf testen.

    Grenzen und Risiken

    • Modelle können Schritte umstellen oder scheinbar plausible Ergänzungen vornehmen.
    • Eine Checkliste ersetzt keine Qualifikation oder Gefährdungsbeurteilung.

    Passende Tools und Modelle

    Sprachmodelle, Dokumentenassistenten und Qualitätsmanagementsysteme.

    Quellen und Leitlinien

  • Texte übersetzen und an Zielgruppen anpassen

    Für Alltags- und Arbeitskommunikation sind Übersetzungsentwürfe schnell möglich. Rechtlich, medizinisch oder sicherheitskritisch relevante Texte benötigen qualifizierte Prüfung.

    Geeignet für

    • Mehrsprachige Kommunikation
    • Webseiten und Anleitungen
    • Interne Dokumente

    Voraussetzungen

    Ausgangstext, Zielsprache, Zielregion, Fachgebiet und gewünschter Ton.

    Vorgehensweise

    1. Text auf Mehrdeutigkeiten prüfen.
    2. Zielsprache und Zielgruppe festlegen.
    3. Übersetzung mit Terminologievorgaben erzeugen.
    4. Rückübersetzung oder Gegenprüfung durchführen.
    5. Durch eine sprachkundige Person freigeben lassen.

    Beispiel

    Eine technische Anleitung wird in einfaches Deutsch und anschließend in eine weitere Sprache übertragen.

    Qualitätskontrolle

    • Eigennamen, Maße, Normen und Fachbegriffe prüfen.
    • Regionale Varianten und Höflichkeitsformen beachten.
    • Kritische Texte professionell prüfen lassen.

    Grenzen und Risiken

    • Bedeutungsnuancen und kulturelle Bezüge können verloren gehen.
    • Automatische Übersetzung ersetzt bei verbindlichen Dokumenten keine Fachübersetzung.

    Passende Tools und Modelle

    Mehrsprachige Sprachmodelle, Übersetzungsdienste und Terminologiewerkzeuge.

    Quellen und Leitlinien